Ein Baum stand einsam an einer Wegkreuzung. Da kam ein Dichter des Weges und rastet im Schatten dieses Baums.

Da der Baum einsam und neugierig war begann er mit dem Dichter zu sprechen.
Was bist Du, fragte der Baum? Dein Dichter, antwortete dieser. Und was macht ein Dichter, fragte der Baum?

Ich verleihe den Dingen die Tiefe um das Herz der Erde zu berühren und die Leichtigkeit um zu der Seele der Sonne zu fliegen. Ich lassen den Dingen Wurzel und Flügel wachsen.

Da sagte der Baum. Wurzeln habe ich schon, aber ich würde so gerne Flügel haben dann könnte ich wo auch immer ich möchte hinfliegen. Der Dichter dachte nach und legte seine Hände auf den Baum und erzählte ihm vom Fliegen von der Luft und von der Leichtigkeit. Doch der Baum war ein Baum und seine Wurzeln reichten bis ans Herz der Erde.
Der Dichter besuchte Tag für Tag, Woche für Woche den Baum und erzählt Ihm von der Schönheit der Luft, dem Glück des Fliegens doch dem Baum wuchsen keine Flügel. Er fühlte nur die Tiefe seiner Wurzeln, die ihn mit der Erde vereinten.

An einem schönen Frühlingsmorgen sank der Dichter erschöpft neben dem Baum nieder und schlief ein. Da arbeitet sich plötzlich aus Falten des alten Baumes ein Schmetterling aus seinem Kokon. Der Schmetterling hatte sich als Raupe an dem Baum genährt. Sein Kokon fand Schutz in den Rindfalten des Baumes und jetzt setzte er sich auf einen Ast des Baumes und öffnete seine wunderbaren Flügeln der Morgensonne und flog los, ganz leicht wie ein Hauch hin zur Seele der Sonne. Das war der Moment als der Baum seufzte den nun hatte er seine Flügel und flog.